ZBV Oberpfalz

Zahnärzte wehren sich gegen Honorarkürzungen

Für Versicherte von AOK Bayern und Knappschaft bekommen Zahnärzte ab 21. November bis 24. Dezember nur einen Teil der normalen Vergütung / In den Oberpfälzer Zahnarztpraxen bleibt die Versorgung trotzdem sichergestellt

„Honorareinbußen von bis zu 70 Prozent sind nicht tragbar“, sagt Dr. Michael Rottner, Vorsitzender des Zahnärztlichen Bezirksverbandes (ZBV) Oberpfalz. Hintergrund sind die ab 21. November angekündigten Budgettage für die AOK Bayern und die Knappschaft. Bis zum 24. Dezember müssen Zahnärzte mit Honorareinbußen von bis zu 70 Prozent rechnen, wenn sie Versicherte dieser beiden Kassen behandeln.

„Das Problem der Budgettage trifft uns alle Jahre wieder – und in der Regel sind immer wieder dieselben Kassen betroffen“, so Dr. Rottner. Eine Ursache sieht er darin, dass die Kassen die Pro-Kopf-Ausgaben für zahnerhaltende Maßnahmen zu niedrig kalkulierten. Während andere Krankenkassen bis zu 200 Euro pro Krankenkassenmitglied zur Verfügung stellen, sind es bei AOK Bayern und Knappschaft weniger als 165 Euro. „Wenn Familienmitglieder kostenfrei mitversichert sind, muss dieser Betrag für mehrere Personen reichen.“ Wird das Budget gegen Ende des Jahres knapp, ruft die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayern (KZVB) – die mehr als 9.200 Zahnärzte gegenüber Kassen und Politik vertritt – Budgettage aus. Zahnärzte in Bayern erhalten für zahnerhaltende Behandlungen dann nur noch einen Teil der dafür vorgesehenen Vergütungen.
„In den vergangenen beiden Jahren haben die Zahnärzte den finanziellen Verlust der AOK Bayern getragen. Dazu sind wir nicht noch einmal bereit“, sagt Dr. Rottner. Er fordert AOK Bayern und Knappschaft im Namen der rund 1.000 Mitglieder des ZBV Oberpfalz auf, freiwillig zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen, um die finanziellen Lücken für dieses Jahr zu schließen. Künftig sollten die Pro-Kopf-Ausgaben von vorneherein höher angesetzt werden. „Wir finden es bemerkenswert, dass eine Krankenkasse wie die AOK Bayern, die viel Geld in Werbung investiert, nicht genug Mittel aufbringen kann, um die Gegenfinanzierung der zahnmedizinischen Versorgung ihrer Mitglieder sicherzustellen.“
In der Oberpfalz muss trotzdem kein Patient Angst haben, mit Schmerzen nach Hause geschickt zu werden. „Akute Fälle werden selbstverständlich sofort behandelt.“ Auch die jährliche Vorsorgeuntersuchung sei nicht in Gefahr. Patienten haben jedoch nur Anspruch auf Kassenleistungen, die notwendig, ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind. Die Einzelheiten kläre jeder Zahnarzt im persönlichen Gespräch mit seinem Patienten.

Der Zahnärztliche Bezirksverband (ZBV) Oberpfalz fungiert als Berufskammer für die rund 1.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte, die im Regierungsbezirk tätig sind. Als Körperschaft des Öffentlichen Rechts untersteht der Verband der Regierung der Oberpfalz als Aufsichtsbehörde. Sitz der Geschäftsstelle ist Regensburg. Die Aufgabenschwerpunkte des Verbands liegen in der Qualitätssicherung und damit im Patientenschutz, in der Fortbildung sowie in der Wahrung des Berufsrechts, insbesondere der Überwachung des Werberechts.