Asklepios

Keine Angst vor der Narkose

Über 100 Spezialisten bei gemeinsamer Fortbildungsveranstaltung von Universitätsklinikum und Asklepios

Die Angst vor der Vollnarkose ist bei vielen Menschen größer als die vor der Operation selbst. „Das Riskio ist zwar gering, aber dennoch vorhanden“, sagt Dr. Georg Bonnländer, Chefarzt des Instituts für Anästhesie und Schmerztherapie. Auch deshalb erhalten am Asklepios Klinikum Bad Abbach Patienten zu 90 Prozent eine Teilnarkose, die sogenannte Regionalanästhesie.

Mit dieser Methode können Ärzte bei Operationen an Armen und Beinen zielgenau die Nerven unter Narkose setzen, die im Operationsgebiet liegen. Das belaste den Körper weniger als eine Vollnarkose. Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Schmerzen seien selten. „Vor allem für ältere Menschen oder für Patienten mit Vorerkrankungen, etwa des Herz-Kreislauf-Systems, ist dieses Verfahren deshalb optimal“, so der Chefarzt.

Als Spezialisten für Regionalanästhesie geben die Ärzte des Asklepios Klinikums ihr Wissen seit neun Jahren im jährlichen Workshop Regionalanästhesie an Kollegen aus ganz Bayern weiter. Auch in diesem Jahr kamen wieder über 100 Mediziner zu der zweitägigen Fortbildungsveranstaltung ans Asklepios Klinikum und das Universitätsklinikum Regensburg, das seit 2010 Mitveranstalter ist.

„Der Anästhesist muss sich bestens in der anatomischen Landkarte des Menschen auskennen, um den richtigen Nerv zu treffen“, so Dr. Bonnländer. Deshalb standen am ersten Tag der Fortbildung praktische Übungen an. Dazu hat sich der Chefarzt mit dem Lehrstuhl für Humananatomie und Embryologie der Universität Regensburg unter der Leitung von Prof. Dr. Ernst Tamm sowie der Klinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Regensburg mit Direktor Prof. Dr. Bernhard Graf zusammengetan. „Diese Institute sind perfekt für solche praktischen Übungen eingerichtet.“

Über den Praxis-Teil hinaus informierten die Ärzte über Technik und aktuelle Entwicklungen der Regionalanästhesie. Dr. Roswitha Schott, Anästhesistin am Asklepios Klinikum Bad Abbach, referierte über chronische Schmerzen, von denen allein in Deutschland rund 10 Millionen Menschen betroffen sind, und die Möglichkeiten der Prophylaxe. Eine davon sei die Regionalanästhesie. Bei diesem Verfahren kann mittels Schmerzkatheter auch nach der Operation gezielt die Schmerzleitung der Nerven blockiert werden. Damit werde verhindert, dass sich Schmerzen nach der Operation verselbständigen und chronisch werden.

Mit dem Thema Schmerzen befasste sich auch Dr. Schotts Kollege Dr. Jürgen Drescher. Er stellte das Zertifizierungsverfahren Paincert für eine qualifizierte Schmerztherapie vor, an dem das Asklepios Klinikum vor gut einem Jahr teilgenommen hatte und stellte rückblickend fest: „Die Zertifizierung der Schmerztherapie ist viel Arbeit, aber sie lohnt sich“. So führe die vermehrte Auseinandersetzung mit der Problematik „Schmerz im Krankenhaus“ letztlich auch dazu, dass Patienten nicht unnötig an Schmerzen leiden müssten.

Über die Möglichkeiten, Schmerzen bei der Geburt zu vermeiden, sprach in seinem Vortrag „Vielfalt statt Einfalt“ Privatdozent Dr. Michael T. Pawlik vom Krankenhaus St. Josef. Dr. Frank Pohl, Klinik St. Hedwig, referierte darüber, was in der Kinderanästhesie Pflichtwissen und was Kür für einen Anästhesisten ist. Dr. Kurt Herget, Universität Regensburg, beschäftigte sich mit Medikamentenmischungen in der Regionalanästhesie. Bei einer Live- und Videodemonstration aus dem OP zeigte Dr. Bernette Kübel vom Asklepios Klinikum die Aspekte der distalen Ischiadikusblockade mittels Sonographie auf.