Regensburg Arcaden

Die Verwirklichung der neuen Straßenbahn auf breitem Konsens

Podiumsdiskussion in den Regensburg Arcaden

Große Einigkeit über Partei- und Regionalgrenzen hinweg: In den Regensburg Arcaden diskutierte ein hochkarätig besetztes Podium aus Politik und Wirtschaft auf Einladung der Interessensgemeinschaft Historische Straßenbahn Regensburg e.V. (IG) über Lösungen für einen besseren öffentlichen Nahverkehr im Großraum Regensburg. Im Mittelpunkt stand der im Stadtrat beschlossene Bau einer Straßenbahntrasse von Norden in den Süden Regensburgs.

So gesehen hatte 1. Vorstand Jan Mascheck als Moderator leichtes Spiel. „Die Vorbereitungen für einen neue Straßenbahn sind nach dem Beschluss angelaufen“, versicherte Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Das neue Amt für den Straßenbahnneubau ist eingerichtet und personell besetzt, die Planungen für die Nord-Süd-Trasse laufen. Leise Kritik übte CSU-Landratskandidat Rainer Mißlbeck am genannten Zeithorizont von rund 30 Jahren bis zum Betrieb und die bisher unklare Einbindung der Region um Regensburg, was CSU-Stadtrat Jürgen Eberwein mit der Aussage unterstrich, er kenne ein Straßenbahnprojekt in Luxemburg, das in drei Jahre verwirklicht worden ist. Kathrin Fuchshuber, Hotelinhaberin und autorisierte Vertreterin der Altstadtinteressen, ergänzte noch, dass das historische Zentrum nicht ausreichend berücksichtigt werde. Die Bürgermeisterin relativierte den Zeithorizont - „wir rechnen derzeit mit 10 Jahren“ und versicherte, dass Region, Altstadt und Bürger sehr eng in die Planungen einbezogen würden. „Allerdings sind wir bei der Umsetzung auf Fördermittel des Bundes und des Freistaates Bayern angewiesen, was die Realisierung nicht einfacher und keinesfalls schneller macht.“

Um den langen Zeitraum zu überbrücken, schlug FDB-Oberbürgermeisterkandidat Horst Meierhofer vor, möglichst schnell das Angebot des bestehenden öffentlichen Nahverkehrs in Regensburg und der Region, unter anderem die Nutzung der vorhandenen Bahntrassen, zu ertüchtigen. Grünen-Oberbürgermeisterkandidat Stefan Christoph befürchtete nämlich, dass die bisher rund 80 000 Pendler aus der Umgebung auf 250 000 anwachsen könnten, was zu bisher nur ansatzweise bekannten Problemen führen würde. Das Fazit: Über die Notwendigkeit einer Straßenbahn in Regensburg und deren Anbindung des regionalen öffentlichen Verkehrs herrscht Einigkeit.

Anders als bei der Idee der IG, die Historische Straßenbahn kurzfristig auf einer Trasse vom Bahnhof zum Dom oder gar weiter aufleben zu lassen. Bald, so Mascheck, ist ein kompletter Zug fahrbereit. „In den Planungen für die Umgestaltung der Maxstrasse ist eine solche Trasse nicht vorgesehen“, erklärte Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Auch die meisten der Podiumsmitglieder sahen den Plan eher skeptisch, sie favorisierten mehr die Ertüchtigung des öffentlichen Nahverkehrs und eine autofreie Altstadt.

Während der gesamten Diskussion durften die Podiumsteilnehmer Glücksfee spielen: Die Verein hatte fleißig Gutscheine gesammelt, die nun hoffentlich auch die glücklichen Adressaten finden.